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ESDASUBMISSIONS & CONSULTATIONS

VDT is a professional organization of sound directors, producers and
engineers. Today it has more than 1300 members, most of them German, but also from other countries all over the world. VDT is subdivided in seven regional groups: Berlin und die Neuen Bundesländer, Köln, Südwest, Nord, München, Rhein-Main, Schweiz.

Urheber-und Leistungsschutz-Vergütungen im Tonbereich aus deutscher Sicht

Im Bereich der Musikaufnahmen hat der VDT seit etwa zwanzig Jahren aktiv Klagen von Studiotonmeistern unterstützt, die die Anerkennung als Leitungsschutzberechtigte zum Ziel hatten. Alle diese Klagen sind von den Gerichten in jeweils letzter Instanz zurückgewiesen worden, da die Gerichte die Vorschrift des deutschen
Urheberrechtsgesetzes über die Leistungsschutzrechte ausübender Künstler so lesen, daß eine Aufführung nurvorliegt, wenn sie auch öffentlich ist, und daß die künstlerische Mitwirkung an eine Aufführung nur während dieser möglich ist. Dies wird dem Studiotonmeister - dem eine künstlerische Tätigkeit ausdrücklich zugebilligt wird - mit der Begründung abgesprochen, daß seine Einflußnahme gelegentlich vor der Aufführung durch die Schaffung der technischen Rahmnenbedingungen, vor allem aber nach der Aufführung in der Arbeit mit dem aufgenommenen Tonmaterial liege.

Aus diesem Grunde hat der VDT seine Taktik geändert und versucht nun, auf nationaler wie auch - in Zusammenarbeit mit der ESDA -europäischer Ebene die Gesetzgebungsprozesse dahingehend zu beeinflussen,daß die Gesetzesbestimmung über die Leistungsschutzrechte der ausübenden Künstler dahinghend erweitert wird, daß die Aufnahme bzw. Festlegung der Aufführung - unter der Voraussetzung, daß nur diese das endgültigekünstlerische Resultat herbeiführt (was bei reinen Studio-Produktionen regelmäßig der Fall ist) - der Aufführung selbst gleichgestellt wird. Alle diese Initiativen sind im Gange; eine kleine Gruppe wie die der Studio-Tonmeister hat nicht viel Gewicht - insbesondere in einer Zeit, inder das Urheberrecht durch die technologichen Entwicklungen vor höchte Herausforderungen gestellt wird. Hinzu kommt, daß die Vergütungen, die Studio-Tonmeister einfordern, aus dem Topf aller ausübenden Künstler
genommen werden müßte - ein Umstand, der einem nicht nur Freunde beschert.

Im Filmgeschäft unterstützt der VDT aktuell die Klage eines Filmtonmeisters, der für die Endmischung von Kino-Spielfilmen verantwortlich ist. Er macht geltend, neben dem Regisseur, dem Kameramann und dem Cutter Miturheber des Filmwerks zu sein. Diese Klage ist nun in dritter und letzter Instanz anhängig, nachdem die beiden Vorinstanzen ihr stattgegeben hatten. Wenndiese Ergebnis auch in letzter Instanz bestätigt würde, wäre dies einwesentlicher Durchbruch im Kampf um die Emanzipation des Tons gegenüber dem Bild.

Tobias Könemann

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